Das „Herz Gehirn“: Schrittmacher der Vitalität

zitate_mit-dem-herzen-sehen_antoinedesaint-exupery

Das Herz Gehirn: Es heisst doch „mit Herz und Gehirn, Verstand oder Hirn.“ Wer manche der bisher 31 Beiträge gelesen kennt meine Begeisterung zur Hirnforschung der letzten Jahrzehnte, insbesondere den Erkenntnissen die mit Verhaltensweisen, die aus dem „ältesten unserer Gehirne“, dem sogenannten Reptilhirn resultieren. Es ist faszinierend wie wenig dieses Wissen um Fight, Flight, Freeze in unsere Allgemeinbildung Einzug hatte.

Und jetzt das: Unser Herz hat auch ein „Gehirn“!

Inspiriert durch den Beitrag Was Dein Herz Dir sagen will, stiess ich auf das kalifornische interdisziplinäre Herzforschungsinstitut HeartMath (1991 gegründet) und deren Veröffentlichungen zur Intelligenz und mehrschichtigen zentralen Rolle als Metronom und Schrittmacher für das gesamte Körpersystem. Ein paar sehr aufschlussreiche Erkenntnisse, die mir so bewiesen völlig neu waren, mag ich aufzählen. Natürlich darf man nicht ausser Acht lassen, dass auch Organe wie z.Bsp. der Darm stark neuronal vernetzt sind:

Fähigkeiten des Herzens laut HeartMath Forschungen:

  • das Herz hat ein aus 40.000 Neuronen bestehendes eigenständiges neuronales Netzwerk (Gehirn)
  • es sendet mehr Informationen an unser autonomes Gehirn, als diese an unsere Herzen
  • das elektromagnetische Feld des Herzen hat eine grössere Reichweite als das Gehirn
  • dieses elektromagnetische Feld des Herzens ist auf mehrere Fuss Entfernung messbar
  • elektromagnetische Frequenzen werden mit dem Herzen empfangen und gesendet
  • neuronale Herzverbindungen haben direkten Einfluss auf o.g. Reptilhirn (Amygdala)
  • kein auf den anderen folgenden Herzschlag ist identisch mit seinem Vorgänger
  • es führen mehr Kommunikationsstränge vom Herz zum Gehirn als umgekehrt

Das physische Herz hat mindestens vier Kommunikationskanäle!

Ich muss gestehen ich war schon baff, als ich über die Fähigkeiten des Herzens las. Ergänzt man o.g. Eigenschaften um weitere Fähigkeiten des Herzens, kommt man auf mindesten vier Kommunikationskanäle, über die das Herz sowohl mit dem Körper, als auch unserem Gehirn im Austausch besteht:

  1. Neurologische Kommunikation durch das Nervensystem
  2. Biochemische Kommunikation über im Herzen produzierte Botenstoffe
  3. Biophysische Kommunikation durch Blutdruck und Klangwellen des Pumpens
  4. Energetische Kommunikation durch elektromagnetische Interaktionen im Feld

Das Herz verhalte sich, „als habe es ein eigenes Gehirn“. Ein eigenes intrinsisches Nervensystem agiere unabhängig vom Hirn und dem vegetativen Nervensystem, sagt McCraty Ph.D., vom HeartMath Institute der das Herz mit dem Dirigenten eines Orchesters vergleicht. Quelle Fokus

Das „Herz Gehirn“ als Dirigent eines Orchesters

Das ist es auch, warum uns vom Vitalitätsrad diese Berichte so faszinieren. Wie geschrieben ist schon der Begriff Vitalität schwer zu fassen, weil sie – um im Bild des Orchesters zu bleiben – die Fähigkeit des Orchesters beschreibt sich nicht nur immer wieder auf neue Musikstücke, Spielorte und Musiker einstellen zu können, sondern zudem auch die gesamte Bandbreite (Lebenskraft) seiner Möglichkeiten zu nutzen.

Herz Gehirn Kommunikation (Quelle:  Dominique Surel Edgescience #6 2011)
Schematische Darstellung der Herz-Gehirn-Kommunikation (Dominique Surel Edgescience #6 2011)

Die Vitalität und die Herz-Kohärenz

Kein Herzschlag ist wie ein Anderer. Die Spannbreite der Herzaktionen steht wie das Gehirn in direkter Korrelation mit allen Organen. Wie ein Fussball-Torwart beim Elfer in Bewegung ist, pumpt das Herz nicht stereotyp Blut, sondern bleibt beweglich und passt sich mit jedem Herzschlag der Situation an. Bei gesunden Menschen ist diese Beweglichkeit messbar. Wechselt dieses Hin- und Her zwischen kurzen und langen Abständen ebenmäßig, so spricht man von Herz-Kohärenz. Das Gegenteil nennt man Chaos.

Herzvariablität = Anpassungsfähigkeit bei Veränderungen

Diese Anpassungsfähigkeit nimmt von Geburt an mit der Lebensdauer ab. Logisch, dass bei zig Millionen Herzschlägen jedes Jahr, die Anpassungsfähigkeit immer weiter abnimmt. Doch die modernen Hauptgründe dafür liegen am Vollgas mit dem wir durchs Leben fahren und das Bremsen immer weiter verlernen oder vergessen. Die Konsequenz davon ist Vollgasstress, der dazu führt, dass emotionale Schwankungen immer weniger verarbeitet werden können. Je weniger das Herz auf (Gefühls-) Schwankungen reagieren kann, desto weiter verfällt das Gesamtsystem in „Chaos“. Herzstillstand ist die extremste Form des Verlusts der Herzvariabiltät und damit auch vitaler Lebenskraft.

Das Herz ist vielleicht das wichtigste Synonym für Vitalität

Weiter Empfehlen

Autor

Michael Rajiv Shah

"Be the change you want to see in the world", denn nur Handeln verändert die Welt. Michael Rajiv Shah ist seit 2005 Autor, Blogger, CreACTor für mindful Human- & Digital Transformation. http://MichaelRajiv.Shah.at

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.